Die etwas andere Meerschweinchenseite
  Pups! - Blähungen
 

*pups* - Blähbauch beim Meerschweinchen

Für Menschen sind Blähungen keine besorgniserregende Erkrankung. Meist sind Blähungen für die Umstehenden viel schlimmer als für den Betroffenen selbst.

Bei Meerschweinchen ist dies völlig anders.
Meerschweinchen haben eine grundlegend andere Verdauungsart als Menschen. Sie haben eine Art "Stopf-System", bei dem die Nahrung nur dann durch den Verdauungstrakt weiterwandert, wenn von vorne Neues nachgefüllt wird.

Meerschweinchen-Verdauung

Kommt es zur Entwicklung von Gasen im Verdauungstrakt, führt dies zu Unwohlsein und das Schwein hört auf zu fressen (denn es weiß leider nichts über die Funktionsweise seiner Stopf-Verdauung). Dadurch kommt nun die Bewegung im Verdauungstrakt zum Stillstand und das, was zur Gasbildung geführt hat, bleibt erst mal wo es ist - und kann munter weiter Gase produzieren. Auch das Gas selbst bleibt an Ort und Stelle. Meerschweinchen können diese Luft im Bauch nicht einfach wegpupsen - sehr zur Freude der Mit-Schweine, aber mit fatalen Folgen für das Bläh-Schwein.
Der aufgeblähte Bauch kann sich sehr schnell sehr stark vergrößern. Das verursacht dem Schwein nicht nur starke Schmerzen, sondern kann auch schnell (innerhalb von Stunden!) zum Kreislaufzusammenbruch und damit zum Tod führen!
Daher ist bei folgenden Anzeichen für Blähungen SOFORT ein Tierarzt aufzusuchen. Wartet man bis zum nächsten Tag, ist es häufig schon zu spät.


Anzeichen für Blähungen

  • Das Schwein sitzt auf einer Stelle und lässt sich auch mit Futter nicht anlocken.
  • Es frisst nichts.
  • Das Fell ist aufgeplüscht.
  • Der Bauch ist prall und fühlt sich "aufgegast" an.
  • Das Meerschweinchen wehrt sich gegen Berührungen am Bauch und an den seitlichen Flanken.
  • Es gibt fiepsende Schmerzlaute bei leichtem Druck auf den Bauch oder die seitlichen Flanken von sich.


Sab Simplex

Sofortmaßnahmen bei Blähungen

  • Einen Tierarzt - außerhalb der Sprechzeiten tierärztlichen Notdienst - aufsuchen, um dem Tier ein Schmerzmittel gegen die starken Schmerzen zu geben.
  • Medikament gegen Blähungen verabreichen. SAB Simplex Tropfen bekommt man in jeder Apotheke. Es ist ein Mittel gegen Blähungen bei Menschen, wirkt aber bei Meerschweinchen genauso. Es ist sogar für Säuglinge geeignet und kann nicht überdosiert werden. Anfangs alle 2 Stunden verabreichen, an den Folgetagen ca. 2-3 mal täglich.
  • Nach der Medikamentengabe vorsichtig (!) den Bauch in langsamen, kreisenden Bewegungen in Richtung Popo massieren, sodass die Luft langsam im Verdauungstrakt weiterwandert. Dies ist für das Tier anfangs schmerzhaft, daher nur sehr vorsichtig vorgehen! Lieber etwas länger (ca. 5 Minuten) und dafür sanfter massieren, als dem Tier noch mehr unnötige Schmerzen zu bereiten.
  • Heudiät. NUR Heu und Wasser anbieten. Kein Gemüse, Obst, Pellets oder ähnliches. Je nach Schweregrad der Blähungen nach ca. 1 - 3 Tagen Heudiät langsam wieder Frischfutter geben und die Mengen langsam steigern. Für den Einstieg eignen sich Fenchel und kleine Mengen Dillkraut.


Blähungen vermeiden

Am besten ist es natürlich für Schweinehalter und Schwein, wenn man Blähungen gar nicht erst entstehen lässt.
Hauptursache für Blähungen sind verschiedene Kohlsorten. Fast jeder Kohl bläht, allerdings ist die Blähwirkung unterschiedlich stark und Meerschweinchen reagieren sehr verschieden auf ein und denselben Kohl.

Wirsing

Grundsätzlich sollte jede Kohlsorte beim ersten mal nur in sehr kleinen Mengen gegeben werden und die Menge sehr langsam gesteigert werden, sodass sich das Verdauungssystem des Schweins daran gewöhnen kann. Manche Meerschweinchen reagieren allerdings auch auf kleine Kohlmengen bereits mit starken Blähungen, sodass man ihnen am besten gar keinen Kohl gibt. 
Schade, denn Kohl ist eigentlich ein sehr gesundes Gemüse und im Winter auch noch ausgesprochen günstig. Es macht Flecki allerdings nach eigener Aussage fast gar nichts aus, den ganzen Winter über Fenchel oder Paprika für 4 Euro das Kilo fressen zu müssen. Danke Flecki.

Meerschweinchen schmollen

Manchmal können Blähungen jedoch auch unabhängig von der Ernährung entstehen, wenn das Verdauungssystem des Schweinchens aus anderen Gründen (z.B. Infektionen) aus dem Gleichgewicht gerät. Bei Anzeichen von Blähungen sollte man also auch dann einen Arzt aufsuchen, wenn man keine blähenden Kohlsorten verfüttert hat.

Übrigens:

Meerschweinchen haben NICHT die phänomenale Gabe wie Ratten, sich zu merken, welches Futter ihnen nicht bekommen ist. Auch ein Meerschweinchen das wegen Blähungen schon fast das Licht am Ende des Tunnels gesehen hat, wird sich bei der nächsten Gelegenheit wieder genauso begeistert auf den Kohl stürzen.

Hier ist also der Schweinehalter gefragt, zum Wohle des Schweinchens die Kohlzufuhr zu begrenzen - auch wenn man dafür ganz böse angeschmollt wird!


Geht es den kleinen Furzknödeln gut?


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